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Masthühner

Sundheimer_Huehner_in_Freilandhaltung_009_Sonderhausen

Das fordert PROVIEH:

  • Beschränkung der Besatzdichte auf höchstens 25 kg Lebendgewicht pro Quadratmeter
  • Ausreichende und trockene Einstreu über den gesamten Mastdurchgang
  • Förderung des gewerblichen Einsatzes von gesunden, langsam wachsenden "Zweinutzungsrassen" für die Ei- und Fleischgewinnung
  • Die deutliche Verringerung der zulässigen Herdengrößen in allen Haltungsformen

Das sind einige unserer Gründe:

Medien und Magazine werben für den Verzehr von Hähnchenfleisch. Allerdings erfährt der Konsument nichts über die Herkunft der Masthühner. Der Verbrauch steigt trotzdem – oder gerade deswegen.

Über 400 Mio. Masthühner werden pro Jahr in rund sieben Mastdurchgängen gemästet und geschlachtet. Die Mastdauer verkürzte sich bei diesen Extremzuchten seit 1927 um etwa zwei Drittel (heute etwa 35 Tage). Das Schlachtgewicht hingegen hat sich verdoppelt. Besonders begehrt ist das Brustmuskelfleisch. Deshalb werden Masthühner auf schnelles Muskelwachstum, einen besonders großen Brustmuskel und große Schenkelmuskel gezüchtet. Diese schnelle Gewichtszunahme führt zu Gesundheitsschäden. Das Herz-Kreislauf-System kann den rasant wachsenden Körper nicht mehr ausreichend versorgen, so dass die Tiere unter Stoffwechselstörungen und Herzproblemen leiden. Bauchwassersucht und plötzlicher Herztod sind daher zwei Hauptursachen für den vorzeitigen Tod.  Außerdem ist das Skelett nicht in der Lage, die enormen Muskelmassen zu tragen. Deshalb kommt es zu schmerzhaften Schäden an der Wirbelsäule und an den Beinen. Zum Ende der Mast können sich viele Tiere überhaupt nicht mehr fortbewegen und verhungern oder verdursten.

In industriellen Großanlagen werden Herden von 40.000 bis 160.000 Tieren gehalten. Dabei sind pro m² 33 kg Lebendgewicht für Hähne und Hühner während des Mastdurchgangs vorgesehen. Das bedeutet, dass einem Tier zum Ende der Mast lediglich zwei Drittel eines DIN-A4-Blattes an Platz zur Verfügung stehen. In dieser drangvollen Enge sind normale Verhaltensweisen nicht mehr möglich. Es kommt zu Federpicken und Kannibalismus. Zudem stehen die Tiere während der gesamten Mast auf feuchter Einstreu. Dadurch wird vermehrt Ammoniak aus dem Hühnerkot freigesetzt, was wiederum zu Atemwegserkrankungen führt.

Langfristig will PROVIEH erreichen, dass Masthühner in Deutschland nicht länger industriell, intensiv und in großen Herden gehalten werden. Ziel der öffentlichen und politischen Förderung muss der Einsatz von gesunden, langsam wachsenden "Zweinutzungsrassen" werden. Eine einkalkulierte Verlustrate von 5 % in der industriellen Produktion darf keinesfalls toleriert werden!

viele_dichtgedraengte_Masthuehner_Farkas