Die Wege der legalen und illegalen Entsorgung von Gülle aus der Intensivmast
![]()
12.04.2012: Immer mehr Tiere werden in immer größeren Mastanlagen gehalten. Mit der Anzahl der Tiere nimmt aber auch das Volumen ihrer Ausscheidungen zu. Diese werden erst gesammelt und dann auf die Äcker und Felder ausgebracht. Doch der Boden kann nur eine bestimmte Menge an Nährstoffen aufnehmen, ohne das Grundwasser zu vergiften. Darum ist Tierhaltung an bestimmte Flächengrößen gebunden. Zu viele Tiere aber produzieren zu viel Gülle – wohin mit dem Überschuss? Aus diesem Dilemma hat sich ein lukrativer Gülle-Handel entwickelt
15.03.2012: Im November 2011 gelang dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) der Nachweis eines neuen Virus, das nach seinem Ort der Entdeckung nahe der nordrhein-westfälischen Stadt Schmallenberg als das Schmallenberg-Virus (abgekürzt SBV) bezeichnet wurde. Es befällt Schafe, Rinder und Ziegen und kann bei ihnen für rund eine Woche Fieber, stark verringerte Milchleistung und Durchfall verursachen, aber auch Missbildungen bei der Entwicklung der Embryonen.
27.02.2012: Zum zweiten Mal hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einen Bericht veröffentlicht, der wichtige Erkenntnisse zum Vorkommen von Zoonoseerregern in Lebensmitteln und Nutztieren liefert. Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragen werden können. Über 8.000 Proben aus Erzeugerbetrieben, Schlachthöfen und dem Einzelhandel wurden auf das Vorkommen von Salmonella spp., Campylobacter spp., verotoxinbildende E. coli (VTEC) und Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) untersucht. Zu welchen Ergebnissen das BVL durch das bundesweite Zoonosen-Monitoring kommt und wie sehr beispielsweise Putenfleisch belastet ist, lesen Sie hier.
Dürfen Tiere, die nachweislich gesund sind, in Massen gekeult werden? Nein, sagen 13 Geflügelzüchter aus Wickersdorf bei Saalfeld (Thüringen), deren Geflügel in einer Nacht- und Nebelaktion Anfang Juli 2007 auf grausame Weise vernichtet wurde. Im März 2008 hielt das Verwaltungsgericht Gera die Vernichtung für rechtmäßig. Ob das Oberverwaltungsgericht Weimar die beantragte Revision zulassen will, wird es mit dreijähriger Verspätung in den kommenden drei Monaten entscheiden.
Wie nicht anders zu erwarten, kommen die Agrarkatastrophen in immer kürzeren Abständen. Nach Geflügelpest, Schweine-grippe, Dioxin und EHEC ist jetzt der chronische (viszerale) Botulismus von Milchkühen dran, der schleichend beginnt und tödlich endet.
21.06.2011: Die Schweinegrippe von 2010/2011 war keine Pandemie mit vielen Millionen von Toten. Im Gegenteil, sie war milder als jede normale Grippewelle und hat dennoch Steuergelder in Milliardenhöhe verschlungen. Der Grund: Politiker und dadurch auch die Steuerzahler wurden Opfer eines infam eingefädelten Korruptionsskandals.
14.06.2011: Verkeimte Gemüsesprossen wurden als Quelle für die zahlreichen EHEC-Erkrankungen der vergangenen Wochen identifiziert. Wie der Darmkeim letztlich auf die Keimlinge kam, ist nicht geklärt. Woher er stammt, dagegen schon. "Kolibakterien sind keine Gemüsebewohner. Sie bewohnen den Darm von Mensch und vielen Tieren", so Prof. Sievert Lorenzen. Es gelte als gesichert, dass die meisten, wenn nicht alle EHEC-Stämme im Zuge der intensiven Massentierhaltung entstanden sind, schreibt der Kieler Zoologe in einem Beitrag des PROVIEH Magazins 02-2011. Lorenzen geht davon aus, dass vor allem Rinder aus konventioneller Intensivtierhaltung das Reservoir für den gefährlichen Krankheitserreger sind.
09.06.2011: Während EHEC alle Aufmerksamkeit von Medien und Öffentlichkeit fesselt, finden die jüngsten Massenkeulungen von Geflügel in Nordrhein-Westfalen kaum Beachtung. Dabei handelte es sich gar nicht um den gefährlichen Vogelgrippeerreger H5N1, sondern die für den Menschen harmlose Variante H7N1.
02.05.2011: Egal ob Hühner misshandelt werden oder ob katastrophale hygienische Zustände in den Schlachtbetrieben herrschen – Wiesenhof ist regelmäßig in den Schlagzeilen. Der Wiesenhof-Betrieb in Möckern schlachtet täglich 130.000 Hähnchen. 60.000 Tiere werden zu Hähnchenteilen zerlegt und zu Tierkühlfleisch verarbeitet. Das sind 40 Millionen Hähnchen im Jahr. Das Fleisch, vor allem die Filets, werden vorwiegend nach England, Schweden und in die Schweiz exportiert.
14.04.2011: Die Vogelgrippe ist in Deutschland offenbar kein Thema mehr. Trotz allem ist die Stallpflicht weiterhin in Kraft, und das seit fünf Jahren. Zwar hat das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) längst einen Entwurf zur Änderung der Geflügelpestverordnung ausgearbeitet. Eine Aufhebung der Stallpflicht wurde im Oktober 2010 angekündigt. Doch seitdem ist nichts mehr passiert.
25.11.2010: Die intensive Massentierhaltung ist gemeingefährlich. Natürlich fallen wir nicht tot um, wenn wir ein Produkt aus diesem Industriezweig essen, aber mit einer schleichenden Gefahr droht er schon und fordert mittlerweile eine fünfstellige Zahl von Menschenleben pro Jahr. Warum?
Der Eindruck verfestigt sich: Die fabrikmäßig betriebene Massentierhaltung erzeugt eine Angstwelle nach der anderen. Erst wurde Angst geschürt, wegen BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie der Rinder) könnte bei Zehntausenden von Menschen die unheilbare neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) erzeugen und sie sterben lassen. Dann hieß es, das Vogelgrippe-Virus A/H5N1 könnte eine menschliche Grippe-Pandemie mit bis zu 150 Millionen Toten erzeugen.