Dürfen Tiere, die nachweislich gesund sind, in Massen gekeult werden? Nein, sagen 13 Geflügelzüchter aus Wickersdorf bei Saalfeld (Thüringen), deren Geflügel in einer Nacht- und Nebelaktion Anfang Juli 2007 auf grausame Weise vernichtet wurde. Im März 2008 hielt das Verwaltungsgericht Gera die Vernichtung für rechtmäßig. Ob das Oberverwaltungsgericht Weimar die beantragte Revision zulassen will, wird es mit dreijähriger Verspätung in den kommenden drei Monaten entscheiden.
09.06.2011: Während EHEC alle Aufmerksamkeit von Medien und Öffentlichkeit fesselt, finden die jüngsten Massenkeulungen von Geflügel in Nordrhein-Westfalen kaum Beachtung. Dabei handelte es sich gar nicht um den gefährlichen Vogelgrippeerreger H5N1, sondern die für den Menschen harmlose Variante H7N1.
14.04.2011: Die Vogelgrippe ist in Deutschland offenbar kein Thema mehr. Trotz allem ist die Stallpflicht weiterhin in Kraft, und das seit fünf Jahren. Zwar hat das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) längst einen Entwurf zur Änderung der Geflügelpestverordnung ausgearbeitet. Eine Aufhebung der Stallpflicht wurde im Oktober 2010 angekündigt. Doch seitdem ist nichts mehr passiert.
Vogelgrippe (klassische Geflügelpest) zählt zu den Geflügelkrankheiten. Es ist eine ansteckende Virusinfektion, bei der die Tiere unter hohem Fieber, Atemnot, Ausfluss aus dem Schnabel und den Augen sowie an Durchfall leiden.
Vorige Woche (5.-11.10.2009) starben in einer industriellen Hühnerhaltung im spanischen Guadalajara (50 km nordöstlich von Madrid) 2.000 Hühner auf „unerwartete Weise“ in der „Granja Segura“ (Sichere Farm). Noch in der gleichen Woche ordnete die zuständige Behörde die vorsorgliche Vernichtung der übrigen 400.000 Hühner des fabrikähnlichen Betriebes an, obwohl die Todesursache der 2.000 Hühner zunächst noch unklar war.
31.12.2007:
Tiefkühl-Geflügel mit Vogelgrippe: für Menschen gesund, für Hühner tödlich?
Duisburg, den 31. DEZEMBER 2007: Seit Mitte Dezember ist die Geflügelpest/Vogelgrippe zurück in Deutschland: In Brandenburg gab es kurz nacheinander drei Ausbrüche in kleinen Beständen. Und bei der Suche nach der Herkunft der Viren haben die Behörden zum ersten mal eine Spur, allerdings eine eiskalte. mehr...
10.11.2006:
Bericht über das 71. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten vom 9. 10. November 2006 (Prof. Dr. Sievert Lorenzen)
10.08.2006:
19.03.2008: Mit großen Hoffnungen hatten 13 Geflügelzüchter aus Thüringen gegen das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt vor dem Verwaltungsgericht Klage erhoben, um sich nachträglich dagegen zu wehren, dass ihre Tiere in einer beispiellosen Nacht-und-Nebel-Aktion am 06./07.
16.12.2007: Seit Ende Oktober ist klar: Mit Inkrafttreten der neuen Geflügelpest-Verordnung gilt die Stallpflicht für Geflügel unbefristet. Ursprünglich galt die Aufstallungspflicht nur als zeitlich begrenzte Maßnahme nach dem akuten Fall von Vogelgrippe auf Rügen Anfang 2006. Damit ist eine artgemäße und tierschutzkonforme Haltung insbesondere von Wassergeflügel, aber auch vieler anderer Geflügelrassen in Deutschland nicht mehr möglich.
Die Filmdokumentation "H5N1 antwortet nicht. Auf der Suche nach dem Killervirus" von Michael Leitner und Thomas A. Hein beleuchtet, wie die Vogelgrippe für politische und wirtschaftliche Machenschaften auf Kosten der Tiere instrumentalisiert wird und stellt Hintergründe und Zusammenhänge dar, die Agrar- und Pharmaindustrie und Politik lieber verschweigen.
Wenn man die beiden Aufstallungsgebote zur Vermeidung der Vogelgrippe betrachtet, so kommt man zu unterschiedlichen Ergebnissen: Beim ersten Einsperren im Herbst 2005 konnte man noch von einer vorübergehenden Aktion sprechen. Der Sinn war zwar in Frage zu stellen, aber man wusste zumindest, dass die Tiere nur zeitlich begrenzt zu leiden hatten. Gleichwohl erahnten wir bei PROVIEH schon, dass es dabei nicht bleiben würde.
Meine Tante Frieda mit ihrer Vorliebe für gute Kleidung pflegte zu sagen, sie sei zu arm, sich billige Dinge zu leisten. Herrlich fanden wir dieses Paradox und hielten es für eine Ausrede, doch in ihm steckt die Lebenserfahrung, dass der Kauf von Billigware zu unerwünschten Neben- und Fernwirkungen führen kann.
Frankreich und die Niederlande dürfen bestimmtes Geflügel in festgelegten Regionen vorbeugend gegen die Vogelgrippe impfen. Dies hat der ständige EU-Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit am Mittwoch, 22. Februar entschieden, berichtet der österreichische Agrarpressedienst AIZ. Die Bewilligung ist mit Auflagen verknüpft. Unter anderem müssen die geimpften Bestände genau überwacht werden.